In Zeiten immer komplexer werdender sozialer Realitäten, die zumindest teilweise durch Digitalisierung und Datafication sowie eine fortschreitende Entwicklung von computerbasierten Tools bedingt sind, profitiert auch die Kommunikationsforschung von computergestützten Forschungsansätzen. Das Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft befasst sich mit der Entwicklung und Anwendung zahlreicher fortschrittlicher computerbasierter Methoden zur Untersuchung von Kommunikationsphänomenen und erweitert so auf verschiedene Arten die methodischen Grenzen des Fachgebiets. Computational Communication Science spielt stark mit verwandten Disziplinen wie Politikwissenschaft, Informatik, Computerlinguistik oder Psychologie zusammen.

Während das Fachwissen am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft in diesem Bereich sehr breit ist, konzentrieren wir uns insbesondere auf folgende Bereiche:

  • Automatisierte Textanalyse
    Die öffentliche Kommunikation in heutigen Gesellschaften erfolgt großteils über unterschiedliche Arten von Texten, die von traditionellen Zeitungsartikeln bis hin zu Tweets oder Kommentaren von Nutzerinnen und Nutzern reichen. Um große Mengen dieser Texte zu verstehen, werden in der Computational Communication Science sowohl überwachte als auch unüberwachte algorithmische Tools für die Textklassifizierung entwickelt und verwendet. Die Forscherinnen und Forscher befassen sich auch mit der kritischen Bewertung aktueller Ansätze, der Entwicklung mehrsprachiger Verfahren und mit Computer Vision für die Analyse von Bildern.
  • Netzwerkanalyse und Simulation
    Um zu erforschen, wie Bürgerinnen und Bürger oder öffentliche Akteurinnen und Akteure miteinander verbunden sind, miteinander interagieren und einander beeinflussen, verwenden wir fortschrittliche Netzwerkanalysen; diese übersteigen die bloße Beschreibung von Netzwerken und konzentrieren sich in erster Linie auf die Erklärung solcher Netzwerke und ihrer Besonderheiten. Um sich mit Komplexitäten sozialer Interaktionen zu befassen, die über das hinausgehen, was üblicherweise empirisch beobachtbar ist, verwenden unsere Forscherinnen und Forscher Simulationsstudien.
  • Experimente
    Fortschritte in der experimentellen Forschung zu Kommunikationseffekten werden in verschiedenen Bereichen eingesetzt. Dazu gehören zunehmend komplexe Online-Experimente, insbesondere aber auch die Anwendung physio-psychologischer Messungen wie Herzfrequenz, Hautleitfähigkeit oder Gehirnaktivitäten sowie Eye-Tracking.


Beteiligte WissenschaftlerInnen & Forschungsgruppen
(in alphabetischer Reihenfolge)


Laufende Projekte


Eine detaillierte und vollständige Übersicht über alle geförderten Projekte im Forschungsbereich Methoden & Computational Science ist unter "Drittmittelprojekte" verfügbar.