Die Journalismusforschung befasst sich mit dem Journalismus als soziale Praxis sowie dessen Beziehung zu anderen Bereichen wie Politik, Wirtschaft, Technologie und Kultur. Sie stützt sich auf Ansätze aus Gebieten wie Politikwissenschaft, Soziologie, Geschichte, Recht und Kulturwissenschaften. Im digitalen Zeitalter befindet sich der Journalismus wie viele andere gesellschaftliche Bereiche in einem allumfassenden globalen Wandel. Die Journalismusforschung am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft befasst sich daher mit einer Vielzahl von Ansätzen. Dazu gehören die historische Journalismusforschung in Österreich, die Untersuchung von Nachrichtenframing, die Berichterstattung über Suizid, Journalismus und Migration, die Berichterstattung über Minderheiten, Journalismus und Sicherheit, die Regulierung von Nachrichtenmedien, die Pressefreiheit, digitale Transformationen des Journalismus und journalistischer Ausbildung, vergleichende Studien zu Journalismus, peripherer Journalismus, Journalismus und Alltag, Journalismus und kollektive Erinnerung sowie reziproke Beziehungen zwischen Journalismus und anderen gesellschaftlichen Bereichen.

Die Journalismusforschung ist in alle Bereiche des Instituts eingebettet und konzentriert sich insbesondere auf vier Forschungsbereiche:

  • Vergleichende Journalismusforschung
    Durch unsere Beteiligung an einer Reihe von länderübergreifenden Forschungsprojekten – insbesondere an der Worlds of Journalism Study – untersuchen wir, wie Journalismus in zahlreichen politischen, wirtschaftlichen, technologischen und gesellschaftlichen Kontexten sowohl unterschiedlich als auch ähnlich funktioniert. Ein Schwerpunkt liegt hier darauf, wie Journalistinnen und Journalisten ihre beruflichen Ansichten zum Ausdruck bringen und wie journalistische Kulturen durch diese Narrative konstituiert werden.
  • Journalismus und Alltag
    Wir sind an der Rolle des Journalismus bei der Vermittlung von Identitäten und Lebensstilen an das Publikum interessiert, insbesondere im Bereich Lifestyle-Journalismus. Die Forschung zu den beruflichen Ansichten von Lifestyle-Journalistinnen und -Journalisten und zu dem Einfluss kommerzieller Logiken auf ihre Arbeit ist dabei für uns von besonderem Interesse.
  • Transformationen des Journalismus
    In diesem Forschungsbereich setzen wir uns mit der Art und Weise auseinander, wie journalistische Praktiken und Kulturen vom technologischen Wandel beeinflusst werden, z. B. durch den Einsatz von Web-Analytics, sozialer Medien und anderen Arten von Rezipientinnen- und Rezipienten-Feedback. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt liegt darin, zu untersuchen wie neue Arten von Journalismus in der Öffentlichkeit in Erscheinung treten, was möglicherweise die Autorität des klassischen Journalismus in Frage stellen kann. Dies schließt Forschung zu journalistischen Randgruppen ein, die auf Blogs, in sozialen Medien oder in der Unternehmens-PR arbeiten.
  • Politischer Journalismus
    Wir erforschen die sich verändernde gesellschaftliche Funktion des politischen Journalismus im Informationszeitalter. Beispielsweise befassen wir uns mit dessen Rolle in der populistischen Politik und die Auswirkungen der Digitalisierung darauf, wie politische Journalistinnen und Journalisten online nach Informationen suchen und diese prüfen. Ein starker Fokus liegt auch darauf zu erforschen, wie das Publikum Innovationen im politischen Journalismus wahrnimmt.


Beteiligte WissenschaftlerInnen & Forschungsgruppen
(in alphabetischer Reihenfolge)


Laufende Projekte


Eine detaillierte und vollständige Übersicht über alle geförderten Projekte im Forschungsbereich Journalismus ist unter "Drittmittelprojekte" verfügbar.