Neue Forschungsprojekte genehmigt

18.08.2020

Die EU (Programm: H2020) sowie der FWF werden zwei neue Forschungsprojekte am Institut finanzieren.

Observatory for Political Texts in European Democracies: A European Research Infrastructure, kurz OPTED, nennt sich das Projekt bzw. die Designstudie, die ab 1. Oktober 2020 von Hajo Boomgaarden (und Fabienne Lind) koordiniert und geleitet wird.

Das Projekt, das vom Horizon 2020 Programme for Research and Innovation der Europäischen Union finanziert wird (Laufzeit: 2020-2023), umfasst insgesamt 17 akademische Partner und hat zum Ziel, den Grundstein für eine Infrastruktur für die Analyse politischer Texte in Europa zu legen. Zur Infrastruktur werden dabei der Aufbau von "scientific communities", der Ausbau von "Werkzeugen" zur Textanalyse sowie die Bereitstellung von Lernmaterialien für Sozialwissenschaftler, die Öffentlichkeit und JournalistInnen gezählt. Hajo Boomgaarden, Annie Waldherr und Fabienne Lind werden an unserem Institut das Workpackage "Journalistic, mass mediated political texts" leiten.

Nähere Informationen zu OPTED, den ProjektpartnerInnen sowie ein ausführlicher Abstract sind auf der Website des Computational Communication Science Labs (CCL) verfügbar.

PI: Hajo Boomgaarden
Laufzeit: 2020-2023
Mitarbeit: Fabienne LindAnnie Waldherr
Web: Computational Communication Science Lab (CCL)


Bereits am 1. September 2020 startet das vom FWF geförderte und von Jörg Matthes (zusammen mit Desirée Schmuck, KU Leuven) geleitete Forschungsprojekt Social Media Nutzung und Wohlbefinden im Jugendalter (EN: Social Media Use and Adolescents' Well-Being). Auch dieses Projekt hat eine Laufzeit von drei Jahren (2020-2023) und wird wissenschaftlich von Kevin Koban sowie Anja Stevic unterstützt werden.


Zum Inhalt: Social Media wie WhatsApp, Facebook und Instagram sind aufgrund der permanenten Verfügbarkeit durch neue Kommunikationstechnologien wie Smartphones und Tablets zu ständigen Begleitern im Alltag von Kindern und Jugendlichen geworden. In diesem Kontext, nutzen Kinder und Jugendliche Social Media immer häufiger parallel zu anderen Tätigkeiten wie beispielsweise während sie sich mit Freunden treffen, beim Essen mit der Familie oder sogar neben den Hausaufgaben, was zum Phänomen führt, permanent online und mit anderen verbunden zu sein. Die ständige und vielfältige Nutzung von sozialen Medien bringt eine Reihe von positiven und konstruktiven Aspekten wie die Beziehungspflege und das Sozialmanagement von Jugendlichen mit sich, sie birgt jedoch auch viele Risiken und Gefahren wie Kommunikationsstress oder Cyberbullying.

Angesichts der vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten von sozialen Medien greift eine einseitige Fokussierung auf die Potenziale oder die Risiken der Social Media-Nutzung zu kurz. Es muss davon ausgegangen werden, dass positive und negative Medienwirkungen stets gleichzeitig auftreten können. Als zentrale Hypothese nimmt dieses Projekt daher an, dass die Nutzung sozialer Medien simultane positive und negative Einflüsse auf das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen ausüben kann. Um diese Hypothese zu testen, wird ein innovatives theoretisches Modell entwickelt. Erstmals integrieren wir positive und negative Konsequenzen der Social Media-Nutzung in drei zentralen Bereichen, deren Einfluss auf das jugendliche Wohlbefinden simultan untersucht wird: Informationsmanagement, Beziehungsmanagement und Identitätsmanagement.

Im Detail werden sechs Wirkungsprozesse untersucht sowie Einflussfaktoren auf Seiten des Individuums, der Eltern und von Gleichaltrigen berücksichtigt. Dieser Ansatz ist bisher einzigartig und soll eine ganzheitliche Betrachtung der Auswirkungen der Social Media-Nutzung für das Wohlbefinden im Kindes- und Jugendalter ermöglichen.

Nähere Informationen zum Projekt sind hier verfügbar.

PI: Jörg Matthes
Co-PI: Desirée Schmuck (KU Leuven)
Laufzeit: 2020-2023
Mitarbeit: Kevin KobanAnja Stevic
Web: Advertising & Media Effects Research Group

Image © Universität Wien / Alex Schuppich