In Memoriam
Hon.-Prof. Marie-Luise Kiefer
* 1934
† 17. März 2025
Mit Dr. Marie Luise Kiefer verliert das Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft eine engagierte Lehrende und herausragende Wissenschaftlerin, die das Fach Kommunikationsökonomie in Forschung und Lehre wesentlich geprägt hat. Marie Luise Kiefer war von 1994 bis 2001 als Honorarprofessorin für Kommunikationsökonomie und Medienforschung am Institut tätig. In dieser Zeit vermittelte sie zahlreichen Studierenden wirtschaftswissenschaftliche Perspektiven auf Medien und Kommunikation und leistete damit einen wichtigen Beitrag zur interdisziplinären Verankerung der Kommunikationswissenschaft. Nach ihrer Pensionierung als Chefredakteurin der renommierten Fachzeitschrift Media Perspektiven konnte sie der damalige Institutsvorstand, Prof. emer. Dr. Wolfgang R. Langenbucher, für eine Lehrtätigkeit am Institut gewinnen.
Ihr Lehrbuch Medienökonomik, das erstmals 2001 erschien und in der dritten, überarbeiteten Auflage 2014 unter Mitarbeit von Christian Steininger veröffentlicht wurde, gilt als Pionierarbeit: Es war der erste Versuch, eine genuin europäische Variante der Medienökonomik als Teildisziplin der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft zu entwerfen. Kiefer verknüpfte darin medienökonomische Fragestellungen mit normativen Überlegungen zum Mediensystem und griff auf Konzepte der neuen politischen Ökonomie und der Institutionenökonomik zurück – und bereicherte damit das Fach nachhaltig.
Marie-Luise Kiefer
Univ.-Prof. i.R. Dr. Peter Vitouch
* 3. Mai 1947 in Wien
† 01. Juli 2023 in Wien
Peter Vitouch war von 1987 bis 2012 am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft als Professor tätig, nachdem er sich 1986 an der Universität Wien habilitiert hatte. Als studierter Psychologe hat er das Fachgebiet Medienpsychologie maßgeblich mitgestaltet und in Lehre und Forschung vorangebracht unter anderem auch als Mitbegründer der Fachzeitschrift Medienpsychologie: Zeitschrift für Individual- und Massenkommunikation und als Leiter des Ludwig Boltzmann Instituts für empirische Medienforschung.
Neben seinen Tätigkeiten an der Universität war Peter Vitouch auch öffentlich stark engagiert. So schrieb er Kolumnen in den Tageszeitungen Die Presse und Kurier und begeisterte damit zahlreiche Leser*innen für die Themen der Medienpsychologie. Von 2010 bis 2014 war er außerdem Mitglied des ORF-Publikumsrats. Er erhielt nicht nur das Goldene Ehrenzeichen für seine Verdienste um das Land Wien, sondern wurde auch mit dem großen silbernen Ehrenzeichen der Republik Österreich ausgezeichnet.
Peter Vitouch
emer. Univ.-Prof. Dr. Marianne Lunzer
* 22. Juli 1919 in Wien
† 29. Juli 2021 ebenda
Marianne Lunzer ging in die Geschichte des Instituts als Wegbereiterin und Wegbeschreiterin moderner Mediengeschichte in Österreich ein. Ihre Laufbahn begann Lunzer als "Verwalterin einer Assistentenstelle" im Wintersemester 1942/43 am eben erst eröffneten Institut für Zeitungswissenschaft der Universität Wien. 1944 betraute sie der Institutsvorstand Karl O. Kurth mit seiner Stellvertretung. Nach der Befreiung vom Nationalsozialismus konnte nur sie als nichtbelastete Person am Institut verbleiben. Ihrer Initiative ist es zu verdanken, dass schon im März 1946 wieder erste Vorlesungen und Übungen abgehalten werden konnten. Im Jahr 1954 erhielt sie die Venia für Zeitungswissenschaft, 1973 erfolgte ihre Ernennung zum ao. Univ.-Prof. neuen Typs. Nach dem Tode des Institutsvorstandes Kurt Paupié im Dezember 1981 übernahm sie die Leitung des Instituts. Diese hatte sie bis zu ihrer Emeritierung Ende 1985 inne.
Marianne Lunzer
Univ.-Prof. Dr. Hannes Haas
* 21. Juli 1957 in Leonding, OÖ
† 20. März 2014 in Wien
Mit Professor Hannes Haas hat das Institut einen hoch geschätzten, wissenschaftlich profilitierten und engagierten Kollegen, Lehrenden und Freund verloren.
Hannes Haas wurde 1957 in Leonding/OÖ geboren. Er war ab 1984 Universitätslektor und wurde 1985 Universitätsassistent. Assistenzprofessur 1997, Außerordentlicher (ao.) Professor 1998, von 2000-2006 stellvertretender Vorstand des Instituts. Von 2004-2010 stellvertretender Studienprogrammleiter für das Doktoratsstudium Sozialwissenschaften (Dissertationsgebiet Publizistik- und KW), ab 2006 (bis 2010) Vorstand des Instituts. 2010 Ruf auf die Professur für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft mit dem Schwerpunkt Journalismusforschung am Institut, stellvertretender Studienprogrammleiter ab 2012, von 2010-2012 Vizedekan (zuständig für interne und externe Kommunikation) an der Fakultät für Sozialwissenschaften.
Hannes Haas
Univ.-Prof. Dr. Ulrich Saxer
* 06. Jänner 1931 in Küsnacht, Schweiz
† 08. Juni 2012 in München, Deutschland
Ulrich Saxer war seit 1997 Honorarprofessor am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien.
Ulrich Saxer