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Tagung: 6. "Wiener Medienforschung – aktuell"

Das Team von Professor Grimm richtet am 12. Oktober die Tagung "Medien & Gewalt – revisited. Konzepte und Effekte" aus.

Die Tagung wird am Hauptstandort des Instituts (Währinger Straße 29) von 14-18 Uhr im Raum 7.03 stattfinden. Im Rahmen der diesjährigen Konferenz werden Studien zum Themenkomplex "Medien und Gewalt" vorgestellt, die an unserem Institut entstanden sind und einen Beitrag zur Unterscheidbarkeit von "guten" und "schlechten" Gewaltdarstellungen leisten. 

Zum Inhalt: Jahrzehntelang wurden die Wirkungen von Gewaltdarstellungen in den Medien in der pauschalen Annahme problematisiert, dass hieraus Aggression und Gewalt bei den ZuschauerInnen entstehen. Neuere Forschungen zeigen, dass dies zwar möglich, aber nicht zwingend ist. Die Frage stellt sich: Wie lassen sich gewaltförderliche Darstellungen erkennen und von nicht-gewaltförderlichen unterscheiden? Beispielsweise werden im Rahmen der Holocaust-Erziehung Filme über die Gräueltaten der Nazis im KZ eingesetzt. Wird dadurch das Publikum verroht oder gegen Gewalt und Zivilisationsbrüche "geimpft"? Auch die Berichterstattung über Terroranschläge und bewaffnete Konflikte in Presse, Fernsehen und Internet ist ein umstrittenes Kommunikationsmittel. Verschärfen die Medienberichte Konflikte? Unter welchen Bedingungen hilft die Berichterstattung, Konflikte zu moderieren? Die Kriminalstatistik belegt, dass in den letzten Jahren politisch motivierte Gewalttaten gegen Ausländer zugenommen haben. Ist die Berichterstattung darüber eine Aufforderung, es extremistischen Gewalttätern nachzutun? Ist also journalistische Zurückhaltung geboten oder verstärken Medienberichte die Kritik und Ablehnung solcher Gewalttaten in der Bevölkerung?
Schließlich gibt es ein weites Feld von Gewaltdarstellungen in der Medienunterhaltung. Sind sie nicht allesamt verzichtbar? Welche Funktion erfüllen Krimiserien und Actionfilme für Jugendliche und Erwachsene? Und ist jede Form der Unterhaltungsgewalt gleichermaßen schädlich? 

Das Tagungsprogramm können Sie hier abrufen. Wenn Sie Interesse an einer Teilnahme haben, melden Sie sich per E-Mail bei Frau Regina Außerwöger (regina.ausserwoeger@univie.ac.at) für die Tagung an.


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