Das Projekt Neuheit zu Norm: Internalisierung von Footnote Journalism wird sich mit Blick auf Transparenz als neue zentrale Norm des Journalismus mit der zunehmenden Nutzung wissenschaftlicher Quellenangaben in Fußnotenform, z.B. unter journalistischen Artikeln oder als Einblendung bei Nachrichtenvideos ("Fußnoten-Journalismus"), befassen. Solche neuen Arbeitsweisen und die damit einhergehenden neuen Normen brechen jedoch mit den Erfahrungen und Erwartungen, die das Publikum mit und an den Journalismus hat. Bevor solche Innovationen die Beziehung zwischen Journalismus und Publikum stärken und Vertrauen fördern können, müssen sie erst einen Prozess der Gewöhnung und Normalisierung durchlaufen, bevor sie schließlich Akzeptanz erlangen können. Das Projekt will genau diesen Prozess analysieren und untersucht wie neue journalistische Praktiken – am Beispiel des Fußnotenjournalismus – von Journalist*innen und ihrem Publikum verinnerlicht und normalisiert werden.
Um diese Fragen beantworten zu können, werden in Österreich und Deutschland mehrere Teilstudien mit Journalist*innen und Publikumsmitgliedern durchgeführt. Um die journalistische Seite zu beleuchten, wird das Projektteam Journalist*innen in beiden Ländern befragen sowie qualitative Interviews und Experimentalbefragungen zu mehreren Erhebungszeitpunkten durchführen. Zudem wird mittels Eye-Tracking analysiert, wie Quellentransparenz gestaltet werden könnte, um die Akzeptanz durch das Publikum zu stärken.
Das Projekt wird damit einen wesentlichen und essentiellen Beitrag in der Erforschung einer innovativen Form der Quellentransparenz leisten.
Neuheit zu Norm: Internalisierung von Footnote Journalism ist ein vom FWF finanziertes und auf drei Jahre ausgelegtes Projekt, das mit einem Budget i.H.v. € 239.908 ausgestattet ist. Geleitet wird das Projekt von Bernadette Uth, die wiederum von Johanna Beecken als Projektmitarbeiterin (Praedoc) begleitet wird. Als internationaler Kooperationspartner fungiert Lars-Ole Wehden von der Universität Münster, Deutschland.