Das Projekt FinMisEdu befasst sich mit der wachsenden Rolle sozialer Medien bei der Vermittlung von Finanzwissen und der Beeinflussung finanzieller Entscheidungen junger Menschen. Während Plattformen wie TikTok, Instagram und YouTube für Generation Z (14-28 Jahre) zu einer immer wichtigeren Quelle für Finanzinformationen geworden sind, begünstigen sie gleichzeitig die weitreichende Verbreitung irreführender Finanzinhalte. Da sich junge Menschen bei Finanzfragen zunehmend auf soziale Medien verlassen, wachsen die Bedenken hinsichtlich der damit verbundenen Konsequenzen. Das Projekt untersucht die Verbreitung, Merkmale und Effekte dieses Phänomens, analysiert verschiedene Formen irreführender Finanzinhalte, untersucht die psychologischen Mechanismen ihrer Wirkung und entwickelt gemeinsam mit Gen Z eine zielgruppenspezifische Finanzbildungsintervention.
Dazu setzt das Projekt ein Mixed-Methods-Design mit vier aufbauenden Studien ein:
- Eine Inhaltsanalyse finanzieller Inhalte und persuasiver Strategien in sozialen Medien;
- Fokusgruppen-Interviews, die die Erfahrungen junger Menschen mit Finanzinhalten auf sozialen Medien erfassen;
- Ein Experiment, das die Auswirkungen verschiedener Formen irreführender Finanzinhalte auf Einstellungen, Wahrnehmungen und Verhaltensabsichten untersucht;
- … sowie Co-Creation-Workshops mit Angehörigen der Generation Z zur Entwicklung und Erprobung einer zielgruppenspezifischen Finanzbildungsintervention.
Die Ergebnisse sollen zur Entwicklung evidenzbasierter Finanzbildungsinitiativen beitragen, den Verbraucherschutz stärken und das finanzielle Wohlbefinden junger Menschen fördern.
FinMisEdu wird vom Jubiläumsfonds der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) in den kommenden drei Jahren mit einem Gesamtbudget von € 298.000 gefördert. Neben Jörg Matthes, der das Projekt am Institut leitet, wird das Team aus Aleksandra Lazić, Sofie Vranken, Ariadne Neureiter und Carima Michels gebildet.