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Theodor Herzl-Dozentur für Poetik des Journalismus
im Studienjahr 2004

Der diesjährige Inhaber dieser seit fünf Jahren existierenden Dozentur wird der freischaffende Publizist und Autor Klaus Harpprecht ("Süddeutsche Zeitung" u. "Die Zeit", Frankreich) sein. Er wird im Rahmen seiner vier Vorlesungen ausgehend von einem autobiographischen Ansatz in seinen Ausführungen die unterschiedlichen Mediengattungen vergleichen und auf ihre Besonderheiten eingehen. Dabei wird der ehemalige Amerika-Korrespondent des ZDF, Leiter der Schreibstube bei Willy Brandt und Chefredakteur von GEO auch einen Blick auf die ame-rikanische, die englische und französische Medienlandschaft werfen. Klaus Harpprecht, der in Frankreich lebt, hat sich auch als Autor einen Namen gemacht: u.a. mit einer Thomas Mann Biographie und mit einer Biographie über den Journalisten, Schriftsteller und Politiker Georg Forster. Vor kurzem ist sein Buch über Harald Poelchau (Untertitel: Ein Leben im Widerstand) erschienen. Klaus Harpprecht schreibt nach wie vor u.a. für die "Zeit" und die "Süddeutsche Zeitung".

Nach Luc Jochimsen und Peter Huemer – Vertretern des Fernseh- und Hörfunkjournalismus, die in den beiden letzten Sommersemestern die Dozentur innehatten, wird Klaus Harpprecht von seiner Erfahrung als Print-, Radio- und Fernsehjournalist berichten. Der Präsident des Deutschen Bundestages Wolfgang Thierse meinte 2002 anlässlich des 75. Geburtstages von Klaus Harpprecht: "Ihrer ungebrochenen Lust am geschriebenen Wort ist es denn auch zu verdanken, dass Sie nach wie vor in der deutschen Öffentlichkeit präsent sind" Und weiter: "...Ihre Gabe, fundierte Sachkenntnis, ausgewogenes Urteil und geschliffene Sprache mitein-ander zu verbinden, ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit". Der Zeit-Herausgeber Michael Naumann sagte über Harpprecht: "Einen missglückten Satz zu schreiben, scheint er nicht fähig zu sein".

Zuvor hatten Herbert Riehl-Heyse (1940 – 2003), Leitender Redakteur der Süddeutschen Zeitung, 2001 und Margrit Sprecher, Reporterin der Weltwoche, Kai Hermann und Elizabeth T. Spira im Sommersemester 2000 ihre Überlegungen zum Journalismus als Kulturleistung vorgetragen.

Alle diese Beiträge zu einer "Poetik" des Journalismus sind als Bücher im Picus Verlag (Wien) erschienen:

  • "Sich aus den Fluten des Gewöhnlichen herausheben. Die Kunst der Großen Reportage".
    Von Kai Hermann, Margrit Sprecher, Wien 2001
  • "Arbeiten in vermintem Gelände. Macht und Ohnmacht des Journalismus". Von Herbert Riehl-Heyse, Wien 2002
  • "Warum das Fernsehen dümmer ist als das Radio. Reden über das Reden in den Medien".
    Von Peter Huemer, Wien 2003
  • "Warenhaus Journalismus. Erfahrungen mit der Kommerzialisierung des Fernsehens".
    Von Luc Jochimsen, Wien 2004

Die Themen

1.Vorlesung: "Journalismus als Sprungbrett zur Macht. Apropos: Theodor Herzl"
findet am Dienstag, d. 11. Mai 2004, um 15:15 Uhr im HS 1 statt

2. Vorlesung: Medienerfahrung I: "Schwarz-Weiß geht über alles" (Presse)
findet am Donnerstag, d. 13. Mai 2004, um 16:30 Uhr im HS 1 statt

3.Vorlesung: Medienerfahrung II: "Die Weisheit fällt vom Himmel" (Radio)
findet am Dienstag, d. 25. Mai 2004, um 15:15 Uhr im HS 1 statt

4.Vorlesung Medienerfahrung III: "Wie viel Nähe erlaubt das Fernsehen?"
findet am Donnerstag, d. 27. Mai 2004, um 16.30 Uhr im HS 1 statt

Ort:
HS 1 – Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft,
A – 1180, Schopenhauerstr. 32


Lebenslauf Klaus Harpprecht

freischaffender Publizist und Autor, "Süddeutsche Zeitung" u. "Die Zeit", Frankreich

Geboren 11. April 1927, Stuttgart

Beginn der journalistischen Tätigkeit 1948 bei der Wochenzeitung "Christ und Welt"
1954 Kommentator beim Sender RIAS Berlin.
Ab 1956 beim Westdeutschen Rundfunk (WDR)
Von Sept. 1960 bis Sept. 1962 produzierte H. zusammen mit Renate Lasker-Harpprecht TV-Serien für die "Windrose" und war anschließend als Amerikakorrespondent des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF) in Washington tätig.
1966 – 1969 Leitung des S. Fischer Verlag in Frankfurt/Main.
1972 – 1974 Leitung der Schreibstube von Willy Brandt und Berater für internationale Fragen (besonders Amerika, Westeuropa und Israel).
1977/1978 Chefredakteur der Zeitschrift "GEO".
Danach USA – Aufenthalt, seit 1982 lebt Harpprecht als freier Journalist und Autor in Südfrankreich.

Klaus Harpprecht schreibt u.a. für "DIE ZEIT", "Weltwoche", "Süddeutsche Zeitung"; "New York Times", "Washington Post".

Werke (eine Auswahl)

"Der Aufstand" (54; unter dem Pseudonym Stefan Brant), "Der fremde Freund - Amerika: Eine innere Geschichte" (82), “Georg Forster oder Die Liebe zur Welt” (87), “Am Ende der Gemütlichkeit. Ein österreichisches Tagebuch" (89), "Japan. Fremde Schatten- ferner Spiegel” (93), "Thomas Mann - Eine Biographie" (95), "Schreibspiele - Bemerkungen zur Literatur" (96), "Mein Frankreich. Eine schwierige Liebe" (99), "Im Kanzleramt. Tagebuch der Jahre mit Willy Brandt" (2000), „Harald Poelchau - Ein Leben im Widerstand“ (2004). Für das Fernsehen produzierte H. u. a. TV-Serie wie “Zeugen des Jahrhunderts". "Macht des Glaubens" und "Dialog-Porträts prominenter Zeitgenossen. Von seinen Dokumentarfilmen aus Nordamerika blieb vor allem "Tod in Amerika" in Erinnerung

Auszeichnungen

Auszeichnungen u. a.: Theodor-Wolff-Preis (65), Joseph- E.-Drexel-Preis (66)

Mitgliedschaften

Mitgliedschaften/Ämter u. a.: Im Sommersemester 1990 übernahm H. die Brüder-Grimm-Professur an der Gesamthochschule Kassel. H. ist Mitglied des PEN-Zentrums


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